Italien – nächstes Griechenland?
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Derzeit wird in den Medien hauptsächlich über Griechenland als Hauptgrund für die Schuldenkrise berichtet. Milliarden Euro an Steuergeldern werden in den Euro-Rettungsschirm gesteckt, um dem Griechen aus der Misere zu helfen. Aber schaut man sich ein bisschen in Europa um, dann wird einem schnell klar, dass dies nicht der einzige Staat ist, der vor der Pleite steht.
Das wohl beste Beispiel ist Italien. Seit Jahren wirtschaftet das Land unter Silvio Berlusconi über seine Verhältnisse, und das im großen Stil. Im Unterschied zu Griechenland geht es dort aber nicht „nur“ um wenige hundert Milliarden, sondern um unvorstellbare 2 Billionen Euro Schulden, die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben. Das übersteigt sogar das gesamte Bruttoinlandsprodukt des Landes.
Sollten innerhalb kürzester Zeit keine effektiven Maßnahmen zur Verbesserung der Konjunktur und Einschränkungen gegen die weitere Staatsverschuldung getroffen werden, so steigt auch in Italien die Gefahr eines Staatsbankrotts. Dieser hätte aber weitaus größere Folgen für die Euro-Länder als zurzeit in Griechenland. Ein Schuldenberg in so großem Umfang wäre selbst für den durchaus mächtigen Euro-Rettungsschirm nicht mehr zu stemmen.
Aus diesem Grund haben die europäischen Staats- und Regierungschefs Silvio Berlusconi sprichwörtlich die Pistole auf die Brust gesetzt. Schnellstmöglich soll die italienische Regierung Reformen und Sparmaßnahmen hervorbringen, die nachhaltig dem Staat zur Verbesserung seiner Lage helfen.
Große Kritik fanden die Euro-Minister zudem an den Sparplänen, die im Spätsommer durch den italienischen Finanzminister entgegen Berlusconi auf den Weg gebracht wurden. Denn hinter vielen Punkten dieses Sparpaketes, welches die Durchsetzung einer Rentenreform ähnlich der in Deutschland beinhaltet, stehen bis heute größtenteils nur leere Versprechungen, was mit Sicherheit auch an den zerstrittenen Verhältnissen innerhalb der Regierung Italiens liegt.
